Zielsetzung → Eignung von Social Media Monitoring zur Risikoprävention?

OpenAir Veranstaltungen und Mega Events sollen durch das Vorhaben sicherer werden. Im Rahmen der szenarienorientierten Sicherheitsforschung des Sicherheitsforschungsprogramms der Bundesregierung wird in der Themenausschreibung „Schutz und Rettung von Menschen“ das Verbundprojekt „BaSiGo – Bausteine für die Sicherheit von Großveranstaltungen“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Projektträger des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens ist die VDI TZ GmbH.

Großveranstaltungen und Aspekte der Sicherheit bei Großveranstaltungen sind während des gesamten Prozessverlaufes von der Planung über die Realisierung bis hin zur Rückführung besonderer Aufbau- und Ablaufstrukturen eine große Herausforderung für die beteiligten Akteure. Grundlegend lässt sich nach aktuellem Verständnis die Kritikalität der Sicherheit bei Großveranstaltungen auf zwei wesentliche Betrachtungsräume verdichten.

Zum einen sind Großveranstaltungen in Bezug auf die zu berücksichtigenden Rahmenparameter hochkomplexe „Systeme“ unterschiedlichster Couleur. Zum anderen sind die vorherrschenden Strukturen sowie grundlegende Rahmenparameter von Veranstaltung zu Veranstaltung verschieden und Gegenstand aktueller Forschung.

Die Projektziele von „BaSiGo“ sind unmittelbar geleitet durch die Absicht, Innovationspotentiale im Zusammenhang mit der Sicherheit von Großveranstaltungen aufzudecken und praktikable sowie zukunftsfähige Lösungen für alle beteiligten Akteure zu schaffen. Dazu sollen vorhandene Expertisen zusammengeführt und mit den Ergebnissen bereits durchgeführter, aber auch eigener neuer Forschungsarbeiten ergänzt werden.

Das Vorhaben „BaSiGo – Bausteine für die Sicherheit von Großveranstaltungen“ bezieht sich auf das Förderprogramm „Forschung für die zivile Sicherheit“ und wird im Themenfeld „Schutz und Rettung von Menschen“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. (Quelle: BaSiGo.de)

VORHABEN – Zuhören wenn niemand spricht! – OpenAir

RADiOSPHERE und Spezialisten der Telekom in Bonn analysieren in 2014 die Netzgespräche zu den OpenAir Veranstaltungen Wacken, Chiemsee Reggae sowie der historischen Annakirmes in Düren. Ziel ist es, mit Social Media Monitoring Tools Signale in den Netzkonversationen zu erkennen, die auf eine Krisensituation oder ein Spannungsfeld deuten. 2013 hat das Monitoring Projekt von RADiOSPHERE für Aufsehen gesorgt. 2014 wollen wir mit Talkwalker 2.0 die Konversationen in den Kanälen Facebook, Twitter, Instagram, Youtube, Vimeo, Foursquare, Flickr, Google+, Blogs, Foren u.v.a. in Echtzeit abhören und mit automatisierten Krisenfiltern bewerten.

Ergebnisse zu den Netzgesprächen - OpenAir

Abbildung 01: Talkwalker Dashboard

Mit der neuen Technologie von Talkwalker ist auch der Umfang der Social Media Kanäle deutlich erweitert worden. Die Erkenntnisse werden durch Scouts auf den jeweiligen Festivalgeländen verprobt und fließen in die Ergebnisse des Forschungsabschnittes derUniversität Siegen ein. Die Universität Siegen leitet den Bereich Social Media Monitoring als Baustein zur Risiko-Prävention.

Wacken OpenAir - Ein Fest für Metalheads

Abbildung 02: Wacken Open Air – ein Fest für Metalheads (Quelle: dpa)

Herausforderungen – »Geofence« und »leise Töne«

2014 hat sich gezeigt, dass die Aussonderung von irrelevanten Netzgesprächen mit konventionellen Bordmitteln eines Social Media Monitorings nicht ohne weiteres abgebildet werden kann. Zu groß ist das Grundrauschen der Beiträge, die nicht von Festivalbesuchern stammt. Hinzu kommt, dass in den Konversationen nicht von »Spannungen oder Problemen« im Klartext gesprochen wird, sondern Wort- und Ausdrucksformen einer »Festival-Generation« vorkommen. Boolesche Abfragen und Standard Keywords greifen nicht. Hierzu steuern die Kollegen der Telekom bei, die in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut ein semantisches Untersuchungsmodell mitbringen. Ähnlich wie bei der Lösung von LUMINOSO lassen sich Wortkombinationen auffinden, die mit ontologischen Methoden nicht identifizierbar sind. Somit kann man Netzkonversationen hypothesenfrei bewerten.

LUMINOSO Verortung

Abbildung 03: LUMINOSO Verortung

Die Eingrenzung der Netzkonversationen nur auf die Teilnehmer der jeweiligen Veranstaltung erhöht die Beitragsqualität. Interessant sind Konversationen auf dem Festivalgelände, Campingplätzen, Anreisewegen u.v.a. Dazu werden Geo-Koordinaten aus Twitter Konversationen genutzt und in die Betrachtung einbezogen.

Spannung steigt!

Die Arbeitsergebnisse unserer Untersuchungen werden wir nach Ende der Festival-Saison hier veröffentlichen.

Die Veranstaltungen finden an folgenden Terminen statt:

  • Chiemsee-Summer (13.8.-17.8.2014)
  • Annakirmes / Düren (26.7.-03.08)
  • Wacken (31.7. – 02.08)

Nützliche Links zum Projekt

Universität Siegen – Institut für Medienforschung
http://www.uni-siegen.de/infme/start_ifm/forschung/projekte/basigo/?lang=de

BaSiGo
http://www.basigo.de/

LUMINISO
http://www.luminoso.com/how.html

Talkwalker in Deutschland
http://radiosphere.de/talkwalker

Talkwalker
http://www.talkwalker.com

Open Air Festivals – Themenportal
http://radiosphere.de/themen/open-air-festivals

Bildquellen: ARD Bilderarchiv 2013, DPA, RADiOSPHERE, LUMINOSO, TALKWALKER